Bindungsangst, nur eine Ausrede oder ein ernstes Problem?

Immer mehr Menschen sind freiwillig oder ungewollt Single und tun sich schwer, sich auf eine lebbare Beziehung einzulassen.

Hast du es auch schon erlebt, dass du verlassen wurdest, weil dein Partner oder deine Partnerin sich nicht binden wollte?

Oder bist du selber die Person, die sich nicht in der Tiefe auf eine Beziehung einlassen kann, weil deine Angst vor einem Verlust zu groß ist?

Doch ist dies wirklich der dahinterliegende Grund oder einfach eine Ausrede, damit die wahren Gründe nicht genannt werden müssen?

Woher kommt Bindungsangst und wie kannst du sie erkennen?

Bindungsangst kommt meist tief aus dem Unterbewusstsein und den Erlebnissen, welche dort abgespeichert sind.

Traumata, Enttäuschungen, Verletzungen und Zurückweisungen sind die Erlebnisse, die diesen Menschen so tief prägen, dass er keine Nähe und Liebe zulassen möchte.

Hat ein Mensch als Kind erlebt, wie die Eltern sich getrennt haben und ein Teil massiv darunter gelitten hat, wird in ihm der Glauben verankert sein, dass es wehtut, sich auf einen Menschen einzulassen.
Hat er mitbekommen, wie ein Partner vom anderen betrogen wurde und es danach Streit und viele Tränen gab, sagt das Unterbewusstsein ihm, dass Vorsicht geboten ist, denn Liebe führt zu Streit.

Das menschliche Unterbewusstsein steuert etwa 95 Prozent dessen, was wir denken und wie wir handeln. Da ist es verständlich, dass solche Erfahrungen tief verankert sind und sich in den entsprechenden Situationen Bahn brechen.

Auch wenn die Eltern oder ein Elternteil nicht die Liebe und Zuwendung gegeben haben, die als Kind benötigt wurde, kann dies eine tiefe Bindungsangst auslösen und den Menschen in dem Glauben gelassen haben, dass er oder sie die Liebe ohnehin nicht verdient.

So hat sich ein mangelndes Selbstwertgefühl aufgebaut und das spielt auch als Erwachsener noch eine große Rolle beim Thema Beziehungen.

Auch Erlebnisse in früheren Leben bergen oft die Schlüssel für diese Erlebnisse und die daraus entstandenen Ängste.

Es ist die tiefe Angst vor der Verletzung, der Zurückweisung oder dem Verlust eines Menschen, der so tief sitzt, dass das Risiko, es zu versuchen, oft einfach als zu hoch angesehen wird.

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Wie kannst du nun erkennen, ob du an einen Menschen mit Bindungsangst geraten bist, oder ob die Person einfach nicht genug empfindet, um eine Beziehung einzugehen?

Ein Mensch mit Bindungsangst wird sich nicht wirklich tief einlassen können. Die Partnerschaft wird an der Oberfläche bleiben und sobald es enger zu werden verspricht, wird diese Person sich mit allerlei Ausreden zurückziehen.

Plötzlich ist keine Zeit mehr da, werden Treffen verschoben oder abgesagt und es wird auch räumlich aus Distanz gegangen.

Doch was am meisten schmerzt, ist die emotionale Abgrenzung, die in solch einem Fall geschieht.
Du kommst an deinen Partner oder deine Partnerin nicht mehr heran. Er oder sie wird körperliche Nähe ablehnen und sich immer distanzierter dir gegenüber verhalten.

Egal, ob in der Öffentlichkeit oder im Privaten, eine echte Nähe wird kaum mehr möglich sein, denn die Angst vor der erwarteten Ablehnung ist so groß, dass lieber im Vorfeld alles beschädigt wird.
Menschen mit Bindungsangst fällt es generell schwer, Gefühle zu zeigen und dennoch wirst du vermutlich spüren, dass dort mehr ist als bloß ein oberflächliches Geplänkel.

Denn wenn du mehr möchtest oder es enger wird, kommen die Rückzüge und Absagen.
Natürlich kann es auch hier sein, dass die Person deines Herzens einfach nicht mehr möchte und du einer Illusion hinterherläufst, doch wird sich solch ein Mensch einfach komplett zurückziehen und sich gar nicht mehr melden.

Bei einem Partner mit Bindungsangst wirst du immer mal wieder von ihm hören und der Kontakt wird nicht komplett abreißen.

Die möglichen Gründe für Bindungsangst bei Frauen!

Bei Frauen sind die Gründe für Bindungsangst sehr ähnlich denen der Männer, doch sind sie hier meist im Verhältnis mit dem eigenen Vater zu finden. Daher kann es vorkommen, dass diese Frauen sich später häufig in ältere Männer verlieben oder für verheiratete oder vergebene Männer schwärmen.

Denn hier ist keine Gefahr, dass eine echte Beziehung lebbar ist, und so können die vorhandenen Gefühle zugelassen werden, ohne dass es wirklich zu einer Bindung kommt.

Die möglichen Gründe für Bindungsangst bei Männern!

Ein Mann mit Bindungsangst wird zu Beginn eurer Beziehung alles daran setzen, dich in ihn verliebt zu machen. Er wird dich umgarnen, mit dir flirten und sich dann zurückziehen, wenn er merkt, dass es mehr wird.

Hier ist größtenteils ein Konflikt mit der Mutter in der Kindheit vorhanden gewesen, oder es fehlte ein männliches Vorbild, um sich daran zu orientieren.

Generell sind die Gründe für Bindungsangst jedoch bei beiden Geschlechtern in den ähnlichen Gründen zu suchen, lediglich das Verhalten zu Beginn einer Beziehung gestaltet sich meist etwas anders.

Was hilft gegen die Angst vor einer Beziehung?

Da eine Bindungsangst eine ernst zu nehmende Phobie darstellen kann, ist es nicht so einfach, diese zu lösen. Der wichtigste Punkt, um aus der Angst heraus zu kommen, liegt darin, die Gründe zu erkennen und zu heilen.

Denn nur, wenn die Auslöser für die Angst vor einer Beziehung gelöst sind und der Glaube an die Liebe wieder hergestellt ist, kann die Angst verschwinden.

Dies kann durchaus Zeit brauchen und ist nicht schnell mal im Vorbeigehen gemacht.
Doch im Besonderen braucht es die Bereitschaft des Betroffenen, das Thema anzugehen und sich den eigenen Ängsten zu stellen.

Das sagt die Psychologie zu diesem Thema!

Da eine Bindungsangst zu mehr oder weniger schweren körperlichen Beschwerden kommen kann, ist es wichtig, dieses Thema ernst zu nehmen und sich den Ängsten zu stellen.

Betroffene leiden nicht selten unter Atemnot, Beklemmungen, schnellem Puls, Herzrasen, Schweißausbrüchen bis hin zu ausgewachsenen Panikattacken.

Der wichtigste Punkt, um die Bindungsangst zu besiegen, ist der, dass du dir eingestehst, dass du ein Problem hast, beziehungsweise dass dein Herzensmensch nicht in der Lage ist, eine Beziehung zu führen und Hilfe benötigt.

Eine klare Kommunikation ist hier sehr hilfreich. Sprich mit deinem Partner oder deiner Partnerin über deine Ängste und mache klar, dass es nicht an ihm oder ihr liegt, sondern an dir.

Wenn nicht du die Person mit der Angst bist, biete Hilfe an. Doch überstrapaziere es nicht. Wenn dein Gegenüber es nicht annehmen oder erkennen möchte, dann überlege für dich, welche Schritte du gehen kannst.

Zwingen kannst du niemanden!

Meist ist es alleine kaum möglich, diese Muster zu durchbrechen, daher ist ein Therapeut oder Coach eine gute Wahl, denn ein geschulter Mensch, der von außen auf das Thema schaut, kann die entsprechenden Impulse geben und stützend zur Seite stehen.

Was kannst du tun, wenn deine Beziehung an Bindungsangst scheitert?

Sollte es der Fall sein, dass dein Herzensmensch sich von dir abwendet und die Beziehung beendet, dann hast du kaum eine andere Chance, als es zu akzeptieren.

Du kannst Unterstützung anbieten, doch wenn diese nicht gewollt ist, dann ziehst du dich zurück und gehst deinen eigenen Weg.

Auch wenn dies sehr schmerzhaft ist, wirst du in der akuten Phase keine andere Chance haben.
Manchmal hilft dies dem anderen zu erkennen, dass es Zeit zum Handeln ist, und dann gibt es eine Chance auf die Wiederaufnahme eurer Beziehung.

Doch daran festzuhalten, wenn dein Partner oder deine Partnerin nichts ändern möchte, verletzt nur dich und bringt dich nicht weiter.

Wenn du selbst die Beziehung beendest, obwohl du eigentlich gerne mit dieser Person zusammen wärst, dann lass dir helfen, denn Bindungsangst ist absolut heilbar und auch du wirst in der Lage sein, eine wahre Beziehung zu führen, wenn du dich in der Tiefe auf die Heilung und die zugrunde liegenden Ursachen einlässt.

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